{"id":827,"date":"2016-07-17T16:34:02","date_gmt":"2016-07-17T14:34:02","guid":{"rendered":"http:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/?p=827"},"modified":"2016-07-17T16:34:02","modified_gmt":"2016-07-17T14:34:02","slug":"can-we-still-see-the-darkness-unser-bericht-zur-podiumsdiskussion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/?p=827","title":{"rendered":"Can we still see the darkness? &#8211; Unser Bericht zur Podiumsdiskussion"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tDie Einf\u00fchrung der Sperrstunde ist nun bereits 5 Jahre alt und so langsam verschwinden auch diejenigen unter den Studierenden, die noch ein Bamberg ohne Sperrstunde kennen. Als zu Anfang der Aufschrei der Gegner*innen der Sperrstunde noch gro\u00df war, scheint sich der Widerstand langsam bei vielen verfl\u00fcchtigt zu haben. 2000 Menschen waren 2013 in Bamberg auf der Stra\u00dfe, um gegen die Sperrstunde zu demonstrieren, w\u00e4hrend inzwischen die Resignation vor einem \u2013 so scheint es \u2013 festgefahrenem Stadtrat zu dieser Entscheidung bei manchem gesiegt hat. Das ist schade, denn ein kleines Jubil\u00e4um, wie es die f\u00fcnf Jahre darstellen, eignet sich dazu, dar\u00fcber nachzudenken, ob die Sperrstunde tats\u00e4chlich das geeignetste Instrument war, um die Sorge einiger B\u00fcrger*innen um ihre Nachtruhe zu mildern. Dies haben wir im Rahmen einer Podiumsdiskussion am 02.07 getan. Auf unserer Einladung kamen Klaus Stieringer (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Stadtmarketings Bamberg und Fraktionsvorsitzender der SPD Bamberg), Wolfgang Grader (Stadtrat der Gr\u00fcnen Alternativen Liste), Daniela Reinfelder (Stadtrat von Bamberg unabh\u00e4ngigen B\u00fcrgern), Julian Megerle (stellv. Vorsitzender des studentischen Konvents) und Stefan Wolf (Vorsitzender des AK Kommunales des stud. Konvents und Beziriks- und Kreisvorsitzender der JuLis) um zu diskutieren. Die Veranstaltung im ehemaligen Morph Club leitete Jonas Merzbacher (B\u00fcrgermeister von Gundelsheim).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Welcher Ort in Bamberg w\u00fcrde sich besser eignen eine Bilanz zur Sperrstunde zu ziehen als der Morph Club, ein geradezu &#8218;historischer&#8216; Ort? Die Schlie\u00dfung des Morphs, da sind wir uns wohl alle einig, war f\u00fcr jeden von uns ein Verlust. Theaterprojekte, Poetry slams &amp; zahllose Live-Auftritte: das Morph bot wie kein anderer Ort in Bamberg einen kulturellen Raum, insbesondere f\u00fcr alternative Kultur. Dass das King Lui und der Morph Club geschlossen haben, daran ist nicht nur die Sperrstunde schuld, aber sie hat doch mit einen Ausschlag f\u00fcr die Schlie\u00dfungen gegeben. Alle anderen Betreiber*innen der Bamberger Nachtkultur sind, wenn sie auch nicht zugemacht haben, nat\u00fcrlich ebenso betroffen. Auch sie m\u00fcssen mit den kommerziellen Einbu\u00dfen durch die Sperrstunde zurechtkommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Beginn der Veranstaltung stellte Claas Meyer, Unterbezirksvorsitzender der Jusos Bamberg-Forchheim, polizeiliche Daten vor, die die Frage, ob die Sperrstunde eine Wirkung hat, statistisch beantworten sollten. Trotz der Aussage des bayrischen Innenministers Joachim Hermann, dass Delikte unter Alkoholeinfluss sowie Ruhest\u00f6rung in St\u00e4dten mit Sperrstunde zur\u00fcckgehen w\u00fcrden, konnte ein Bamberger Polizeibericht von 2012 diese Aussage nicht best\u00e4tigen. Falko Tesch M. Sc., TU Dresden und Lukas Hohendorf B.A., Uni Bamberg haben sich in einem Working Paper mit der Wirkung der Sperrstunde abermals besch\u00e4ftigt, um den Aussagen des Bamberg Polizeiberichts ein Mal zu \u00fcberpr\u00fcfen. Grundlage dabei waren die Entwicklung der Delikte Ruhest\u00f6rung, K\u00f6rperverletzung, Streit\/Randale und Sachbesch\u00e4digung zwischen 2002 und 2013 f\u00fcr 2013 bayrische St\u00e4dten.\u00a0 Es zeigt sich, dass insgesamt in aller 13 St\u00e4dten die Zahl der Delikte um fast 20% gestiegen ist und die Zahl der Delikte zwischen 02:00 und 06:00 sogar um fast 65% gestiegen ist. Wesentliche Einflussfaktoren auf die Deliktanzahl hat die Anzahl der 20 bis 24-j\u00e4hrigen Bewohner*innen und auch die Anzahl der Tourist*innen in der Stadt.\u00a0 Weiterhin muss bei der Auswertung der Wirkung der Sperrstunde die Anzahl der Delikte, welche tags\u00fcber ver\u00fcbt werden, ber\u00fccksichtigt werden. Die Auswertung der Daten unter diesen Kontrollvariablen zeigt, dass kein statistisch feststellbarer Zusammenhang zwischen Sperrstunde und einer Ver\u00e4nderung von Delikten, wie zum Beispiel Ruhest\u00f6rung festzustellen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Stadtr\u00e4te der Sperrstunde (Daniela Reinfelder und Wolfgang Grader) gaben zu, dass nach der Versch\u00e4rfung der Sperrstunde keine weiteren polizeilichen Berichte zur Wirkung der Sperrstunde eingeholt zu haben. Sie versprachen allerdings dies nachzuholen. Die Bef\u00fcrworter der Sperrstunde setzten weiterhin dagegen, dass die Sperrstunde \u2013 wenn sie nach der vorgestellten statistischen Analyse auch nicht den gew\u00fcnschten Effekt herbeif\u00fchrt \u2013 man dennoch vom Gef\u00fchl her eine ruhigere Innenstadt durch die Sperrstunde habe. Au\u00dferdem habe die Sperrstunde die Beschwerden von B\u00fcrgern und B\u00fcrgervereinen \u00fcber n\u00e4chtliche L\u00e4rmbel\u00e4stigung drastisch gesenkt. Die Sperrstunde stelle aus ihren Augen einen guten Kompromiss dar. Alle Feierw\u00fctigen d\u00fcrfen zwar weiterhin feiern gehen. F\u00fcr sie muss aber dann um zwei Uhr Schluss sein. Wolfgang Grader warnte sogar davor das Thema Sperrstunde wieder auf die politische Tagesordnung zu bringen, da man durchaus eine noch striktere Sperrstunde einsetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Klaus Stieringer war das Thema Sperrstunde durchaus noch nicht abgehakt. Er ermunterte dazu das Thema wieder in die Lokalpolitik einzubringen.<\/p>\n<p>Auf Seite der studentischen Vertreter*innen (Julian Megerle &amp; Stefan Wolf) hingegen \u00fcberwiegte das Unverst\u00e4ndnis am Festhalten der Sperrstunde. Insbesondere anhand der Daten habe sich gezeigt, dass die Sperrstunde keinerlei Verbesserungen gebracht habe. Es bleibe das Gef\u00fchl einer Ma\u00dfnahme, die nur gef\u00fchlte Besserungen verspreche. Daher stelle die Sperrstunde nur eine Art Symbolpolitik dar und man br\u00e4uchte sie dementsprechend nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einen ganz neuen Ansatz brachte ein Vertreter der Partei die Partei Bamberg aus dem Publikum ein. Er bem\u00e4ngelte, dass ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung Bambergs durch die Sperrstunde insofern diskriminiert werde, da sie einen ganz anderen Schlafrhythmus habe. So solle doch f\u00fcr Kleinkinder, Studierende, aber auch manche Freiberufler*innen eine Sperrstunde zu den Mittagszeiten eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir, die Jusos Bamberg-Stadt, werden auf jeden Fall jetzt weiterhin am Ball bleiben und demn\u00e4chst einen Antrag f\u00fcr den Stadtrat verabschieden, der anstreben wird die Sperrstunde aufzulockern.\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einf\u00fchrung der Sperrstunde ist nun bereits 5 Jahre alt und so langsam verschwinden auch diejenigen unter den Studierenden, die noch ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":829,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,3,13,15],"tags":[],"class_list":["post-827","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-bamberg","category-jusos","category-kommunales"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/stadt.jusosbamberg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Podiumsdiskussion-Bild.jpg?fit=5456%2C3632&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=827"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/829"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stadt.jusosbamberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}