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Falsch verbunden!

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Am 2. Mai 2012 veröffentlichten „Die aktiven Bamberger Korporationen“ eine Stellungnahme unter dem Titel „Zunehmender Vandalismus gegen Hochschulgruppen“. Hier beklagen sie den Verlust eines Türschilds und machen dafür ein aufgeheiztes politisches Klima, unter anderem angestachelt durch „studentische Initiativen“ und „Referate der Studierendenvertretung“, mitverantwortlich. Wir bedauern diese gewalttätige Aktion zutiefst und hoffen, dass die Bamberger Burschenschaften beziehungsweise der Mädelsbund über diesen Schicksalsschlag hinweg kommen.

Wir lehnen es jedoch ab, Referaten des Fachschaftenrats irgendeinen Aufruf zu Gewalttaten oder Forderungen zur Selbstjustiz zu unterstellen. Wir schätzen ihre Arbeit als mit die wichtigste Form von studentischem Engagement an unserer Universität sehr und bekennen uns klar zu ihnen. Sie sind es nicht, die für ein Klima von Hetze und Missmut verantwortlich zu machen sind, im Gegenteil: sie verbinden die Studierenden tatsächlich im Gegensatz zu den sogenannten „Verbindungen“.

Außerdem weisen wir vehement die von den Bamberger Burschenschaften und Verbindungen vorgenommene Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus zurück. Die Extremismustheorie dient einzig und allein der Verharmlosung menschenfeindlicher neofaschistischer Tendenzen.

Weiter kritisieren wir den Aufruf der ‚Korporationen‘ an „besonders alle Akademiker“. Dieser Ausdruck von elitärem Denken, die politische Verantwortlichkeit allein oder besonders „Akademikern“ [sic!] zuzuschreiben, entspringt einer Sehnsucht nach autoritären Strukturen, in denen Menschen ungleich aufgrund ihrer (sozialen) Herkunft und ihres Standes behandelt werden und Mitbestimmung den Eliten vorbehalten ist. Auch die Bezeichnung „Studentengruppierung“ zeugt von dem androzentristischen und reaktionären Weltbild der Türschild-Verlierer, die so immer wieder ihre Haltung gegen die Gleichstellung von allen Individuen ob ihres Geschlechts oder anderer Merkmale zum Ausdruck bringen. Wir distanzieren uns von solchen Kategorisierungen von Menschen und rufen im Sinne der Demokratie zu einer vorurteilsfreien Gleichbehandlung aller auf!

Gezeichnet:
Juso Hochschulgruppe; Jusos Bamberg Stadt; Referat für Hochschulpolitik; Referat für (Inter)Nationales; Referat für Antifaschismus und Antirassismus; Freie Uni Bamberg; Simon Dudek (studentischer Senator); Paul Hummer (designierter studentischer Senator); Stefanie Neumann (designierte studentische Senatorin); Eva Karpf; Julien Marx; Selma Ries; Marie-Theres Stehr; Anja Ruschkowski; Sophia Lösche (studentische Senatorin); Robin Schröder; Philipp Eichhorn; Pola Hahlweg; Stefan Vinzelberg; Lukas Hohendorf; Andreas Kallert; Julia Hildmann; Michael Thiel; Anna-Mitschka Dietrich; Michel Kraus; Annika Janßen; Corinne Heuer; Benjamin Bauer; Xenia Rachwal; Philipp Sina; Yasmin Katzer; Sören Baum; Alexandra Piel; Vincent Gengnagel; Caroline Pfeifer; Michaela Schmidt; Stephan Kiehl; Stephanie Blasl; Marieluise Herrmann; Oliver Danner.

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